Herzflüstereien – Daniela Hofbauer

Die Reise zu mir selbst

30. Januar 2022, Gran Canaria, Tag 2

Der Wecker klingelt. 6 Uhr ist es und noch stockfinster.

Um 7h beginne ich für einen Kunden zu arbeiten. Drei Mal die Woche. Wieso hat mir denn vorher niemand gesagt, dass die Kanaren Zeitverschiebung haben? 😅Eine kostbare Stunde früher aufstehen! 

Andererseits gar nicht so schlimm, so hab ich mehr vom Tag. Und ich hatte tatsächlich daran gedacht, nach Mauritius zu fliegen. Da hätte mein Tag um 5 Uhr beginnen dürfen. Steht auf meiner Bucket List fürs nächste Mal. 

Und so früh der Tag begonnen hat, so schnell war er irgendwie vorbei.Noch immer fühle ich mich zeitlos. Nicht ganz fit. Herausgerissen aus einer Normalität. Aus einem Alltag, der nie Alltag war.

Meine Vermieterin hat mir gestern gesagt, dass ich das Apartment nicht verlängern kann, weil es nach 14 Tagen gebucht ist. Ich wollte mich nicht festlegen, gleich für 2 Monate zu buchen. Ganz der sakral Manifestierende Generator (MG) muss ich zuerst testen, bevor ich etwas für stimmig oder nicht stimmig erkläre.
Ich muss also sozusagen zuerst in den Apfel hineinbeißen, um zu wissen, ob ich ihn noch will. Blöd halt, dass er dann angebissen ist .. 🍎
In anderen Dingen wie der Liebe macht das die Sache nicht leichter. 🤭

Der Blick von der Terrasse hier ist also einmalig, aber die Stimme in mir schreit noch nicht bedingungslos Hurra! Und leider kann ich nicht anders, als nach dem „Hell Yes“ zu suchen. Sagt ja auch mein Design. Puh! Endlich bin ich nicht mehr alleine schräg damit, denn es gibt ja noch ein paar andere solcher ‚MG’-Exemplare wir mich. 

Insofern sind wir uns ja einig, meine Vermieterin und ich. 

Und trotzdem steht meine innere Sicherheitsampel auf rot. Ich muss bald eine neue Unterkunft finden. Noch dazu eine, die dem „Hell Yes“ möglichst nahe kommt. Ganz ehrlich, für mich ist das auch anstrengend. Aber kennst Du das Gefühl von Unbehagen, wenn die Dinge einfach nicht stimmig sind? So wie ein Kragen, der zu eng am Hals ist. Oder ein inneres Frösteln.

Puh, jetzt sitz ich hier auf dem braun-beige-orangen Cordsofa und frag mich grad, warum ich meinen Blog so beworben habe. Wollte ich hier nicht einfach mal abschalten? Weniger tun? 

Statt dessen verpflichte ich mich – in erster Linie ja auch mir selbst gegenüber – etwas regelmäßig zu tun.
Nämlich zu schreiben. Euch auf die Reise mitzunehmen.
In höchstem Maße kreativ zu sein.
Wie bitte soll das auf täglichen Knopfdruck gehen?

Spannend ist ja, dass es da diesen Teil in mir gibt, der meine eigenen Entscheidungen aushebeln will. 😏

Warum wollte ich nochmal einen Blog schreiben? 

Um mir selbst die Chance zu geben, meine Erfahrungen und Gedanken zu reflektieren. Das geht einfach viel besser, wenn man schwarze Buchstaben auf einem weißen Blatt sieht. Sie purzeln so viel einfacher und schneller dahin. 

Ich lese sie und weiß sofort, ob sie sich stimmig anfühlen. Und das ist nur dann der Fall, wenn meine Worte direkt aus meinem Herz in die Tastatur hüpfen. Manchmal nehmen sie noch einen Umweg über den Kopf. Das passiert immer dann, wenn der etwas erreichen will.
Wenn die Worte nicht aus Freude über sich selbst entstehen, sondern vor allem weil sie etwas bezwecken sollen. Euch auf die Reise mitzunehmen.

Und so nervig es auch ist – ich fühle den Unterschied sofort bei mir. Mann, das Leben war manchmal wirklich einfacher, als ich mir selbst noch viel mehr vormachen konnte.

Unstimmig ist unstimmig. Aus der Nummer komm ich nicht mehr raus. Und will ich auch nicht. Und wenn ich auf einer Wanderung 100mal meine Jacke an und doch wieder ausziehen muss, weil die Temperatur nicht stimmt. 

Yes that’s me! 🥳

Playa del Lagarto

Die eigentliche Erkenntnis des Tages

Egal wo Du hingehst, Du wirst immer und überall Deine Themen mitschleppen. Deine Glaubenssätze. Die Bewertungen über Dich selbst. Deine unbewussten Ängste.

Und das wird so lange passieren, bis Du im Frieden damit bist. Auch am schönsten Strand der Welt wirst Du nicht glücklich, wenn Du nur Deine Themen dort abladen willst.

Ich kann nicht flüchten vor zu viel Arbeiten. Wenn ich zuhause keine Grenzen setzen kann, dann kann ich es auch hier nicht. Aber ich kann jederzeit damit anfangen, kleine Dinge so zu verändern, dass sie meinem Wohlbefinden dienen. Natürlich kann ich das auch zuhause. Manchmal nur ist das sehr viel schwerer. 

Reisen erfüllt für mich einen wichtige Aufgabe. Ich lasse dabei Dinge zurück, die mich beschäftigt halten. Meine Wohnung bietet unzählige Möglichkeiten, mich abzulenken. Und wenn ich nur mal wieder eine Schublade umräume.

Und genau das fällt hier weg. Es gibt hier keine Sachen, die ich umräumen kann. Es gibt hier noch keine Gewohnheiten, die sich unmerklich in den Tag schleichen. Reisen öffnet mein Herz und schenkt mir neue Inspirationen.

In zwei Wochen werde ich wieder woanders sein. Und solange werde ich hier jeden Tag nutzen, um mich zuhause zu fühlen. Nein, nicht an diesem Ort, sondern in mir selbst. Vielleicht ist ja das der tiefere Sinn dieser Reise. Wer weiß!

Wenn wir in uns zuhause sind, müssen wir nicht mehr irgendwo anzukommen. Wir sind dann zu jeder Zeit an jedem Ort vollständig.

Much L❤︎ve Daniela

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.